1: Kreta, der Palast
von Phaestos und der Diskos
2: Der kryptologische
Schlüssel des Diskos
3: Die Sonnen-Laufbahn
aus geozentrischer Sicht
4: Die ewige und
heilige Venus-Periodizität
5: Die Monate des
Jahres und des Jahrtausends
6: Die Zeichen des
Diskos
7: Die Felder und
Querverweise des Diskos im Kontext
8: Die Aussagen
zur zeitlichen Position des Diskos
9: Ein Opferfest,
zwei Feiertage und der Metonzyklus
10: Die unsichtbare Hand und die Göttinnnen
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Nach der Entschlüsselung des Diskos war offenbar, dass verschiedene Zeichen auch
auf Tontafeln zu erkennen sind, die der Periode 'alt-babylonisch IV' zugeordnet wurden. Eines der Zeichen
ähnelt sogar einer entsprechenden ägyptischen Hieroglyphe. Die Diskos-Observationsanweisungen für das grosse Jahr
könnten demnach auch in benachbarten Kulturen angewendet worden sein. Als Beispiel für chaldäische Bezüge
weise ich hier auf ein Buch 'Die geheime Botschaft des Gilgamesch' von Dr. Werner Papke hin, in dem auch die
Übersetzung der Keilschriftserie 'MUL.APIN' (Sternkonstellationen aus heliakische Observationen, bezogen auf die
Frühjahrs-Tag-Nacht-ZeitGleiche, bei aktueller
Präzession der Standort der Plejaden)
enthalten ist.
Nachfolgend ein Beispiel, warum ich nach den entkrypteten Anleitungen des Diskos bei der
Interpretation verschiedener Rollsiegel (hier 23 Jh v.Chr., Iraq Museum Bagdad) eine andere Sichtweise 'erlernt' habe:
Am Tag der Sommer-Sonnenwende am 14.7.-2324 steht der Hauptstern des Löwen, Regulus/
LUGAL auf gleicher Position und es ist eine obere Venus-Konjunktion zu verzeichnen. Folgen wir jetzt nach den Anweisungen
des Diskos in Schritten von 8 Gemeinjahren (+ 2 Schalttagen) den dann jahreszeitlich rückläufigen Venus-Konjunktionen
bis zum Zeitpunkt der oberen Konjunktion am 1.6.-2164. Da die Konjuntion selbst nicht zu beobachten
ist (Venus wird von der Sonne überstrahlt),
sollen wir nunmehr nach den Anweisungen des Diskos 'den höchsten Stand'
innerhalb der Doppel-Periode x-1-0-1/x-0-1-0 'beachten'!

Ein Jahr vorher, am 1.6.-2165, erreicht die Venus die höchste Positin als Abendstern. Wir finden die Venus im
Sternbild Löwe. Auf dem Rollsiegel kämpft der Wildstiermensch 'Gilgamesch' an Pranke und Hals des Löwen. In der
Mitte des
Rollsiegels sehen wir das achtstrahlige Symbol der Venus/Ischtar.
Ein Jahr später, am 1.6.-2163, erreicht die Venus die höchste Position als Morgenstern. Jetzt finden wir die Venus im
Sternbild Stier. Der 'sechslockige Enkidu' kämpft hier an den Hinterbeinen des Stieres.
Dr. Papke hatte noch -ohne Kenntnis der Diskos Anweisungen zur Beobachtung mehrjähriger Zyklen- auf Seite 74 des erwähnten Buches Gilgamesch '-Merkur' und
Enkidu '-Mond' für diese ungewöhnliche, aus dem Epos entlehnte Rollsiegelgestaltung, vermutet.
In Internet-Kürze auf das Gilgamesch-Epos einzugehen, ist m.E. fast unmöglich; zwei Zeitrechnungen trafen wohl um 2340 v.Chr.
zusammen. Eine ohne Schalttage, die einen historischen Zeiger aus den sich in 1460 Jahre ändernden Sternverschiebungen
benutzte (Sothis-Periode) und eine Zeitrechnung mit Schalttagen. In dieser Zeitrechnung bleiben, wie auf dem Diskos
von Phaestos dargestellt, die jahreszeitlichen Eckpunkte und die Sternpositionen (bis auf die Präzession) erhalten. Als Zeiger dienen
dann die Venuspositionen. Die historisch möglichen Verknüpfungen mit den jahreszeitlichen Eckdaten verkürzen sich dann aber
auf "7/8" = 1264 Jahre (z.B. von
Sommer-Sonnenwende 14.7.-2324 zur Sommer-Sonnenwende 4.7.-1061, jeweils julianisches Datum).
Bei der Erarbeitung der Sternkonstellationen aus den übersetzten MUL.APIN-Tafeln ergeben sich
am Rechner gute Übereinstimmungen bei 6 Grad Differenz (Sonne unter Horizont
zu erwähnten Sternen und bei der heliakischen und akronyktischen Sichtweise auf Breitengrad 32 Nord) und ein Anhaltspunkt
für das erste Jahr der Aera.
Beispiel: Bedingungen, die für Jahr 1 der Aera gültig sein müssen;
1. Stand des Regulus und Stand des Saturn am Tag der Sommer-Sonnenwende +
2. Stand der oberen Venus-Konjunktionen (Diskos-Anleitung) +
3. nach II GAP A8 "das Jahr ist normal wenn (Neu) Mond in Konjunktion mit Plejaden am 1.Nissanni steht" 1)+
4. nach II i 14f "das Jahr wenn (Voll) Mond in Position der Plejaden "wenn die Sonne bei
Herbst-Tag-Nacht-Gleiche im Inneren des Sternbildes Waage steht".
Warum werden die Mondpositionen so hervorgehoben? Kurz kontrolliert; der rückwärts laufende Knotenpunkt der Laufbahnen
von Sonne und Mond ist -2424 noch 19 Grad von der angegeben Sonnenposition entfernt. Kaum noch verblüffend bei
diesen präziesen Angaben; ein Jahr später -2323, am 12' Taschritu (3 Tage vor der Herbst-TNG) findet
eine totale Sonnenfinsternis im Sternbild 'Waage' statt! Das Programm RedShift6 beschreibt an diesem Tag (9.10.-2323 jul) um 5:07 eine
Sonnenfinsternis für 34 Nord/30 West (Mesopotamien) mit 96% Bedeckung.
Eine Auswertung der Venus-Konjunktionen auf die Jahreszeiten der Hethiter (4 Jahreszeiten mit 12 Monaten, Neujahrstag
15 Tage vor Spring-Equinox) und der Ägypther (3 Jahreszeiten mit 12 Monaten, Neujahr Summer-Solstice) ergibt
folgende Skizzierung der historischen Jahreszahlen (Datum julianisch):

A. Basis einer Korrelations-Tabelle zwischen hethitischen Überlieferungen 'Haus der Tafeln', ägyptischen
Überlieferungen 'Haus des Lebens' und den Anleitungen des minoischen 'Diskos von Phaestos'
B. Beginn der Aera aus gemeinsamen Beschluss der Völker (aus Mul.Apin-Tafeln) -2324
C. Diskos von Phaestos: "Eckpunkte des Jahres vermessen, mit Jahreszeiten verknüpfen"
D. Diskos von Phaestos: "Venus-Periodizität ist Zeiger der Zeitrechnung"
In einer ersten Näherung müssen ab -2324 je 30 Tage 26 Venuskonjunktionen (13 obere und 13
untere Venus-Konjunktionen = jeweils ca. 104 Jahren) beobachtet werden. Es müssen zudem noch 16 Jahre
(4 Konjunktionen) vor -1061 geschaltet werden.
Nach Wiederaufbau des Tempels von Abu Simbel (Lichteinfall am 21.10. und 21.2. = Winter-Sonnenwende +/-
2 Monate + 1 Tag) ergibt sich der fehlende Eckpunkt Sommer-Sonnenwende (21.6.) mit +/- 4 Monate nach der Jahreszeit
'Peret' für die Saison 'Achat' und 'Schomu' zwangläufig.
Meinen höchsten Respekt geniesst die Ägyptologie, wenn ich die neueren chronologischen Überarbeitungen betrachte.
Während noch in den 90'ger Jahre die Dendro-Chronologen die Thera-Katastrophe mit 1660 B.C. datierten, hatte man
sich auf dem Kongress auf 1625 B.C. mit den Ägyptologen geeinigt - die nach Auswertungen der 'Sothis-Periode'
und den Königsrollen von 1450 B.C. ausgegangen waren.
In 2005 hat man sich weiter angenähert; 'neueste Untersuchungen der Dendro-Chronologen sprechen nunmehr von
1625-1600 B.C., die 'Unwetterstele' ist heute auf 1591-1584 B.C. neu datiert worden. Die Auswertungen der
Königsrollen werden zudem immer exakter.
Aber an dieser Stelle sei nochmals auf die kumulierenden Fehler der 'Sothis-Periode' hingewiesen
(120 versus 104 Jahre je 30 'grosse' Tage);
Spring-Equinox.......-2012 (Venus)...-1964 (Sothis)...Fehler 48 Jahre
Winter-Solstice......-1700 (Venus)... -1604 (Sothis)...Fehler 96 Jahre
Autumn-Equinox....-1389 (Venus)... -1245 (Sothis)...Fehler 144 Jahre
Summer-Solstice...-1061 (Venus)... - 864 (Sothis)... Fehler 197 Jahre
Diese Fehler ergiben sich natürlich auch bei einer Aera von -3587 bis -2324 (die Sothis-Periode würde erst -2127 enden und
müsste zur Synchronistaion entsprechend gekürzt werden! Sie führten in den vergangenen Jahrzehnten
zu unzählbaren Ansätzen bei der Fixierung des Beginnes der Sothisperiode. Im gesamten 20' Jahrhundert wurde der Irrtum
manifestiert, der bei den Auswertungen die 'Sothis' Kalendatierung mit einem wandernden Stern 'spdt' = Sirius und einer statischen
Berechnung von 1460 Jahren verbunden hat. Sirius bleibt nach den Anweisungen des Diskos bei
heliakischer Sichtweise in der gesamten Aera bis auf fünf Tage an die Sommer-Sonnenwende gebunden, da die Sonne
weit im Nordwesten und Sirius weit im Südwesten sichtbar wird! Für alle Sterne in Nähe der Ekliptik wirkt sich
die Präzession leicht vermessbar mit 18 Grad je Aera aus!
Die 'Hure' (Gilgamesch) Venus entfernt sich dagegen bei ihren heliakische Aufgängen nie um mehr als
3 Stunden von 'ihrem Vater' Sonne, ist mal im Westen mal im Osten sichtbar, konjungiert mit der Sonne alle 1460 Tage
und beglückt in einer Area dennoch alle Sternbilder... aber eben in 1264 Jahren, nicht in ... 1460 Jahren!
Aus dem Buch "Discription de l'Egyte" (Detail Denderah-Tentyris) die zwei folgenden Ausschnitte;

Im Ausschnitt 1 ist links die obere und die untere Venus-Konjunktion zu je 4 Jahren dargestellt. Weiterhin rechts
und links neben dem Schiff mit dem Flügel-Symbol (die 2 Konjunktionen symbolisierend), je dreier Personen, die die Sichtbarkeit
der Venus (3* Abendstern + 3* Morgenstern) innerhalb 8 Jahren symbolisieren. Die Treppenstufen sind ab Position 11 bis 14 mit Kästchen
unterlegt (gelb markiert) und für die nähere Betrachtung relevant. Die rückläufigen Venus-Konjunktionen benötigen 11 (*8=88),
12 (*8=96), 13(*8=104) und 14(*8=112) Jahre für je 30 Tage in einer Aera!. Anscheinend wurde dies von den ägyptischen
Astronomen sehr genau beobachtet. Der Diskos von Phaestos detailliert die beiden Perioden zwar präzieser, gibt aber
nur den mittleren Wert von 13/26 Venus-Konjunktionen (13*8=104 Jahre/30 Grad) mit dem Hinweis 'Analemma beachten' an.
Am Rechner habe ich 4 Jahrtausende in Einzeldarstellungen nachvollzogen; der langsamste Verlauf innerhalb einer Aera
ist jeweils zum Zeitpunkt der Sommer-Sonnenwende (14*8=112 Jahre/30 Grad) zu vermessen, zu den Tag-Nacht-Gleichen werden
104 Jahre/30 Grad benötigt, der schnellste Verlauf findet jeweils zum
Zeitpunkt der Winter-Sonnenwende (11*8=88 Jahre/30 Grad) statt. Die 5 sitzenden Vögel stellen die 5*584 Tage innerhalb eines
Zylus dar.
Im Ausschnitt 2 sind einige der 12 Monats-Schiffe in einem Ausschnitt dargestellt. Stierhörner (gelb markiert) stoppen
die Reverenztabelle der Schiffe nach dem zweiten von zwölf Schiffen (ca. 200 Jahre) und verweisen die vier Hundedarstellungen an
den Anfang der Aera-Tabelle zurück (rot markiert). Auf dem Diskos sind an dieser Stelle Hundeköpfe in vier
unterschiedlichen Richtungen eingestempelt.
Man kann also feststellen, das die unübersehbar eingemeisselten hieroglypisch verkryptete Zeitrechnung
am Hathor-Tempel (freigelegt ab 1875) mit der ideografisch-schematisch verkrüpteten Zeitrechnung
des Diskos von Phaestos (entdeckt 1908) völlig übereinstimmt! Hierzu ein Zitat; "Tatsächlich ist die überwiegende Zahl
von Quellen dem zugeordnet, was ich 'Religiöse Astronomie' nennen wurde. Diese wurden in Studien ... meist ignoriert,
da sie gar nicht als astronomische Aussagen erkannt wurden" (Archaeologie-online, Dr. A. von Lieven). In gleichen
Aufsatz, Seite 6, wird die hieroglyphische Darstellung der 11-14 Venuszyklen je 30 Grad als 'Phasen des
zunehmenden Mondes' interpretiert.
Ein Beispiel zur Anwendung der Korrelations-Tabelle:
1. Ein ägyptisches Ereignis (Sesostris III) wurde mit "4' Monat Winter, Tag 16, .." dokumentiert.
Auswertung; Beginn 4' Monat Winter = -1804 - (16Tage=14 Konjunktionen je 4 Jahre) = -1804 -56 Jahre = -1860.
Ein weiteres Beispiel für die Anwendung der Korrelations-Tabelle; vervollständigt man die Skizzierung
bis zum Beginn unserer Zeitrechnung, so kann man u.a.
auch die nachfolgende Ritzzeichnung (Paris, Louvre, Nr. AO6448) betrachten, die auf das zweite Jahrhundert v.Chr. datiert
wurde. Venus-Konjunktion ist mittig. Links ist der Rabe (Corvus) am Schwanz der Wasserschlange (Hydra) positioniert.
Rechts ist die Jungfrau (Virgo) AB.SIN dargestellt.

Entnimmt man aus der Tabelle den Jahreswert -126 , den Zeitpunkt der Herbst-Tag-Nacht-Gleiche, so ergibt sich
am Rechner bei aktueller Präzession die nachfolgende Darstellung; der letzte Stern der Hydra -P Hya- steht links
neben der Venus-Konjunktion am Tag der Tag-Nacht-Gleiche, der Hauptstern der Virgo -Spica- steht
rechts neben der mittigen Venus-Konjunktion.

Die bisherige Datierung '2 Jh. v.Chr.' ist also richtig. Mit dem Schlüssel des Diskos können aber auch alle anderen
Überlieferungen bei Angaben wie "x'ter Monat Jahreszeit y, Tag z" oder "Monat x, Tag z" oder "am Jahres-Eckpunkt x" oder
"in Position des Sternes x" ausgewertet werden.
1) Mul.Apin, An Astronomical Compendium in Cuneiform, H. Hunger & D.Pingree, 1989
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