Zwei jahreszeitlich bezogene Feste sind auf dem Diskos
durch die zwei eingesetzten Ideogramme 'WEIN-RYTON', Nr. 20, als 'Feiertage' erkennbar :
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das Fest zur Sommer-Sonnenwende
(siehe Diagramm unter Punkt 3, 'HÖCHSTER/ TAG/ NACHT/ NACHT/ BAHNGRENZE'),
also "Der höchste Feiertag, der so lang ist wie zwei Nächte"
(16/8h) und
das Fest zur Winter-Sonnenwende
(siehe Diagramm unter Punkt 5, 'TAG/ NACHT/ ZEITGLEICH/ MITTE'), "Der Feiertag
in der zeitgleichen Mitte zwischen den Tagundnachtgleichen".
Die Gemme des Rython gleicht dem in
Zakros gefundenen Exemplar einer aus Bergkristall herausgearbeiteten Vase,
die zusätzlich mit goldenen Ornamenten ausgeschmückt wurde. Ein
Fresko aus dem Palast von Knossos zeigt die vermutlich an den Festtagen
ausgeübten Stierspringer- Wettkämpfe.
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Ein weiterer fixierter Festtag auf
dem Diskos ist das im ersten Jahr der Venus-Periode - und damit zur Sonnen-Venus-Konjunktion
- alle acht Jahre einzuschaltende Opferfest zu Ehren der 'Grossen Göttin'.
Der Sarkophag aus der Villa von Hagia Triada zeigt hier ein sehr anschauliches
Bild der Opferzeremonie.
Da das erste Jahr der Venusperiode
durch das Opferfest besetzt war, verknüpft der Diskos die Schalttage
auf das 2'te und 5'te Jahr der Periode. Daß die Schalttage 'im
Zeichen des Bogens' standen, kann schon aus den kleinasiatischen Rollsiegel-
Darstellungen erkannt werden.
Nach Auswertung der schematischen Zusammenhänge
die Verifikationen
der Querverweise. Dabei wurde klar erkennbar, daß innerhalb der Felder
A_01 bis A_06 auf zwei herrschende Zeitrechnungen hingewiesen wird.
Die drei Felder A_01 (ZEIT/ HERRSCHER/
ZEPTER) und A_02 (LAUF/ JAHR) sowie A_03 (1/2 VENUS/ PERIODE/ HÖCHSTER/
DOPPELZYKLUS/ Aussage beendet) beschreiben die Berechnung des Jahrtausends.
Die folgenden drei Felder A_04(ZEIT/
HERRSCHER/ ZEPTER) und A_05 (HÖCHSTER/ STAND/ BEACHTEN) sowie
A_06 (LAUF/ JAHR/ Aussage beendet) verknüpfen durch die Querverweise
(nach Feld A_11, von dort nach Feld A_21) diese Feld-Aussage mit dem Prinzip
der Dagon- Priesterschaft und den Mondphasen. Das Feld B_28 (MOND/ BEACHTEN/
PERIODE/ ANFANG) ist über Querverweis mit dem Feld A_21 (ERDE/ SYMMETRISCH/
VOLL/ LAUF) und Feld A_22 (HÖCHSTER/ STAND/ VOLL/ Aussage beendet)
als 29' und 30' Feld ergänzt.
Berücksichtigt man, daß das
Modul nach 19 Feldern mit A_19 (IM ZEICHEN/ BOGEN) abschließt, kann
dies der Hinweis sein, daß neben dem Solar-Kalender auch
ein ritueller Lunar-Kalender nach dem Metonzyklus geführt wurde!
Bekanntlich basiert der heute noch
in dem Luni-Solar-Kalender gelebte Metonzyklus auf der Tatsache,
daß sich nach exakt 19 tropischen Jahren der synodische Mondzyklus
synchronisiert (19 * 365,2422 = 235 * 29,53 Tage). In diesen Kalendern
wechseln die Mond-Monate zu 29 und 30 Tagen und werden in 19 Jahren durch 7
zusätzliche Mond-Monate ergänzt. Abweichung hier; die Ritualien beginnen bei
Neumond, auf dem Diskus ist jedoch lediglich die Beobachtung des Vollmondes vorgeschrieben.
Herodot berichtete, dass in jedem Stadtstaat in Mesopotamien
ein eigener Mondkalender existiere. Die weitergehende Beobachtungen der Mond- und Sonnenfinsternisse
und die Einbindung in die ritualen Kalendarien wurden zumeist von der Priesterschaft als
'Geheimlehre' tradiert.
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