Der Diskos von Phaestos


Der Jahrtausend-Kalender der Minoer

Kapitel VII
Die Felder des Diskos im Kontext - Felder der Seite B



1: Kreta, der Palast von Phaestos und der Diskos

2: Der kryptologische Schlüssel des Diskos

3: Die Sonnen-Laufbahn aus geozentrischer Sicht

4: Die ewige und heilige Venus-Periodizität

5: Die Monate des Jahres und des Jahrtausends

6: Die Zeichen des Diskos

7: Die Felder und Querverweise des Diskos im Kontext

8: Die Aussagen zur zeitlichen Position des Diskos

9: Ein Opferfest, zwei Feiertage und der Metonzyklus

10: Die unsichtbare Hand und die Göttinnnen







Felder des Diskos

7.1: Felder Seite B
7.2: Felder Seite A

Nach dem Fund des Diskos im Jahre 1908 sind die Kennzeichnungen der Seiten als 'Seite A' und 'Seite B' von Prof. Halbherr und Sir Arthur Evans festgelegt worden. Ich verwende nachfolgend die einmal festgelegten Bezeichnungen, wobei es mir aber für ein besseres Verständnis sinnvoll erscheint, die Erklärungen 'Felder im Kontext' mit der Seite B zu beginnen.

Auf den 30 Feldern der Seite B sind zwei Hauptmodule enthalten; die Beschreibung des Sonnenlaufbahn durch die 'unsichtbar lenkende Hand' und die Unterteilung des Erden-Jahres in 12 Monate zu je 30 Tagen und 5 Zusatztagen (5 Punkte im letzten Feld). Ich habe in dieser Internet-Kurzfassung das Kapitel auf 2 Seiten 7.1 bis 7.2 aufgeteilt.

Beginnen wir mit den 18 Innenfeldern der Seite B, wobei das Feld B_01 eine Art Inhaltsangabe vorgibt:

. Zentrales Feld B_01
. ERDE/ JAHRESZEITEN
.

Das nachfolgende Schema beinhaltet demnach die Aussagen zu 'den Jahreszeiten der Erde'. Extrahieren wir erst einmal alle Felder mit der Gemme des Hundekopfes, der die Analemma oder den tangentialen Schattenverlauf an einem Gnomon umschreibt, wie in Kapitel III grafisch dargestellt:

. Feld B_02 nach der Sommer-Sonnenwende
. HIMMELSSCHIFF/ BEACHTEN/ UNSYMMETRISCH/
. SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach unten)

. Feld B_05 die Herbst-Tag-Nacht-Gleiche
. UNSICHTBARE HAND/ ERDE/ UNTEN/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach oben = Schnittpunkt)/ OBEN

. Feld B_10
.UNSICHTBARE HAND/ ERDE/ UNTEN/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach rechts)/ OBEN

. Feld B_11
. ERDE/ JAHRESZEITEN/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach
. rechts)

. Feld B_12
. JAHR/ UNSICHTBARE HAND/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach rechts)
.

. Feld B_13 die Winter-Sonnenwende
. UNSICHTBARE HAND/ ERDE/ UNTEN/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach oben = Laufbahngrenze)



. Feld B_14 Rücksprung zur Frühjahrs-Tag-Nacht-Gleiche
. LAUF(GEHE)/ ZYKLUS/ HIMMELSZELT/ ANFANG
.

. Feld B_16
. LAUF/ MITTE/ SONNEN-LAUFBAHN (Kopf revers)
.

. Feld B_18 die Sommer-Sonnenwende
. HÖCHSTER/ (FEIER-)TAG/ NACHT/ NACHT/
. SONNEN-LAUFBAHN (Kopf nach oben =
. Laufbahngrenze)

Durch den Rücksprung von Feld 13 nach Feld 14 wird die Beschreibung der Anlemma in 15 Tage-Einteilung von 26 Felder auf 18 Felder verkürzt. Damit ist die Voraussetzung gegeben, die 12 Aussenfelder den Monaten zu 30 Tagen (+ 5 Epagomenentage) zuzuordnen.

Es verbleiben zunächst einmal drei Felder die eine Aussage zur Zeitrechnung der 'höchsten Göttin' und zum astronomischen Zeitpunkt des Verfassers machen. Im Feld B_04 wird der 'große Monat Widder' präzisiert. Aufgrund der Präzession befinden wir uns heute bekanntlich im Zeichen 'Fische' am Übergang zum Sternzeichen 'Wassermann'. Das Feld B_15 gibt ein Hinweis auf die Einteilung der 'großen Monate im Zeichen der Taube', die eine Einteilung in 15 von 30 Tagen je Monat und im 'Grossem Jahr' in 60 von 120 Jahre beinhaltet. Da der Diskos alle wesentlichen Aussagen verifiziert, finden wir zu diesen Angaben weitere Ergänzungen auf den Aussenfeldern.

. Feld B_03
. ERDE/ BEACHTEN/ HÖCHSTE/ GÖTTIN/ ANFANG
.

. Feld B_04
. ERDE/ GROSS/ IM ZEICHEN/ ARIES (WIDDER)/
. HIMMELSZELT

. Feld B_15
. MITTE/ IM ZEICHEN/ TAUBE/ HÖCHSTE/
. GÖTTIN

Es verbleiben innerhalb der 18 Innenfelder noch 5 Felder, die die erzwungene Einteilung auffüllen.

4 Felder zeigen die Art der zu tätigenden Messungen auf und können nur im Kontext interpretiert werden.

Nach Aussage im Feld B_6 sollen nachts die wichtigen Observationen erfolgen. Im Feld B_7 liefert der Verfasser eine Steilvorlage für Interpreten; 'ERDE/ JAHRESZEITEN/ERDE'. Die Erde hat auf dem Diskos die Form der weiblichen Brust und wird auch als 'Ernährerin der Menschheit' umschrieben.
Somit; Die ERDE (als Ernährerin der Menschheit) wird erst durch die JAHRESZEITEN zur ERDE (als Ernährerin der Menschheit). Logisch; die Ernteabfolge wird bedingt durch verlässliche klimatische Rahmenbedingungen in den Jahreszeiten. Verändern sich diese Bedingungen weiterhin so dramatisch wie in den letzten Jahren, könnte die Ernährung der Menschheit -zuerst mit dem unerklärbaren Verschwinden der Bienenvölker angezeigt?- in ernste Gefahr geraten.
Feld B_8 bekräftigt, dass die Jahreszeiten das wichtigste Prinzip der Erde (Ernährerin der Menschheit) sind. Im Feld B_9 wird noch auf die Beachtung des unsymmetrischen Zyklus des Himmelschiffes im Jahresverlauf hingewiesen, das wie im Feld B_5 vorher ausgesagt, anscheinend heliaktisch (bei Sonnenaufgang) beachtet werden soll.

. Feld B_06
. NACHT/ GROSS/ BEOBACHTEN/ ERDE
.

. Feld B_07
. ERDE/ JAHRESZEITEN/ ERDE
.

. Feld B_08
. HÖCHSTES (PRINZIP)/ GROSS/ ERDE
.

. Feld B_09
. HIMMELSSCHIFF/ BEACHTEN/ UNSYMMETRISCH/
. ZYKLUS

Es verbleibt nur noch ein einziges Innenfeld, daß die Art der zu tätigenden wichtigen Niederschriften festlegt; diese müssen - anscheinend anders als bei den einzelnen Periodenabschnitte auf der Seite A - nicht auf Holz, Leder oder Papyrus geschrieben werden, sondern mit dem Keil graviert werden.

. Feld B_17
. GROSS (WICHTIG)/ SCHREIBEN/ GRAVIEREN
.


Die Zuordnung der Aussenfelder der Seite B ist nach dem einmal erkannten Schema recht einfach. Beginnen wir mit den Feldern, die im Abstand von je drei Monate den vier Eckpunkten eines Erdenjahres um BC. 1800 zugeordnet werden müssen. Die bereits auf den Innenfeldern benannten Jahreseckpunkte erhalten hier - für unsere heutige Betrachtungsweise - recht ungewöhnliche Ergänzungen.

Daß zudem im Feld B_26/8 die Winter-Sonnenwende als 'Mitte zwischen den Tag-Nacht-Gleichen' bezeichnet wird, ist ungewöhnlich aber ebenfalls logisch völlig richtig.

.B_20/2
.SYMMETRISCH/ UNTEN/ PLANETENBAHN/ ANFANG
.Sommer-Sonnenwende

.B_23/5
.GROSS/ LAUF/ JAHR/ ERDE/ ZERTEILT
.Herbst-Tag-Nacht-Gleiche

.B_26/8
.ZEITGLEICH/ TAG/ NACHT/ MITTE
.Winter-Sonnenwende

.B_29/11
.HÖCHSTER/ ERDE/ JAHRESZEITEN/ ZYKLUS
.Frühjahr-Tag-Nacht-Gleiche

Es sind 3 Felder enthalten, auf denen der Verfasser das Zentralgestirn als 'fahrendes Himmelsschiff' -dieses eben aus der Sicht einer feststehenden Erdscheibe - darstellt. Diese Angaben sind sehr wertvoll, weil hier die Sternenzuordnung zum zentralen Sternbild nochmals verifiziert werden können!

Das erste Feld beinhaltet den Beginn des Zeitraumes von der teilweisen bis zur vollständigen Sichtbarkeit des Himmelschiffes (Einstellung 10.6 bis 12.7./ 4:48) zum Zeitpunkt des Sonnenaufganges. Um 1650 v.Chr. grenzt es damit unmittelbar an des bereits dargestellte zweite Feld der Sommer- Sonnenwende. Das vierte Aussenfeld mit der Darstellung des Schiffes beschreibt die exakt gleiche Darstellung am östlichen Horizont, diesmal jedoch zum Zeitunkt Mitternacht (Einstellung 23.9./ 0:00). Das neunte Aussenfeld zeigt das vollständige Himmelsschiff exakt senkrecht stehend zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges (Einstellung 2.3./18:05) mit der Blickrichtung Süd.

Diese 3 Einstellungen ermöglichen die zuverlässige Aussage über die Sternkonstellation des zentralen Sternbildes, deren Sterne heute zum Teil anders zugeordnet sind. So sind beispielsweise Castor und Pollux heute Sterne des Zeichens 'Zwillinge'. Auf der Gemme des Diskos bilden sie aber den 'Bug' des Himmelsschiffes.

.B_19/1
.LAUF/ ZEITRECHNUNG/ HIMMELSSCHIFF/ ZYKLUS
.vor Sonnenaufgang Ost

.B_22/4
.HIMMELSSCHIFF/ (raupenförmig langsam wandernd?)STERNENHIMMEL/ PERIODE/ OBEN
.um Mitternacht Ost

.B_27/9
.ZYKLUS/ HIMMELSSCHIFF/ OBEN
.nach Sonnenuntergang Süd

Bei der Auswertung der Aussage im Feld B_20/2 muss beachtet werden, daß der Querstrich exakt auf die Linie zwischen dem zweiten und dem dritten Aussenfeld verweist.

.B_21/3
.HÖCHSTE/ SYMMETRIE/ NACHT/ ERDE
.

Jetzt kann aber schon man die gewonnenen Daten dieser 8 Felder sicher auf ein Jahresschema übertragen, dessen erster Monat mit dem 10.6. beginnt und bei der nachfolgenden Einteilung eine Umrechnung von heute 28,30 und 31 Tagen auf ein Jahr mit 11*30 Tage + 1*35 Tage beinhaltet.

Feldanfang 1650 BC: 10.6-/ 10.7-/ 9.8-/ 8.9-/ 8.10-/ 7.11-/ 7.12-/ 6.1-/ 5.2-/ 7.3-/ 6.4-/ 5.5.-/.

Am Rechner kommt es zu einer Überschneidungen von zwei Tagen, die ich jedoch auf die Refraktion (frühere Sichtbarkeit durch Lichtbrechung, dabei Gestirne mit unterschiedlichen relativen Helligkeiten) und die Betrachtungshöhe über Horizont (es ist ein Unterschied, ob man beispielsweise von einem Tempelplatz oder von einem kretischen 'Gipfel-Heiligtum' das Axiom 'sichtbar am Horizont' bestimmt) zurückführe.

Betrachten wir nun die verbeibenden Felder, so ist erst einmal festzustellen, daß das sechste Feld eher ein Hilfsfeld für den geplagten Entkrypter darstellt. Bei der Entschlüsselung im Juli '97 wurde als erstes Zeichen die Gemme des Fisches (AdSg: 15' Feld von 30 Feldern und 6' Feld von 12 Ausssenfeldern) als Ideogramm für MITTE 'selbstredend' und eindeutig.

.B_24/6
.MITTE/ IM ZEICHEN/ LAUF/ JAHR
.

.B_30/12
.ERDE/ SYMMETRISCH/ OBEN/
.ZEITGLEICH/ ANFANG/ +5

Es verbleibt noch das Feld B_28 mit einem Kind an der ersten Stelle des Feldes, daß anscheinend sonst nirgends logisch eingebracht werden konnte. Hier wird also der Mond als 'Kind der Erde' mit seiner Umlaufbahn von knapp 28 Tagen in das Schema eingebunden. Da dieses Feld noch einen Querverweis per 'Dorn' zu 2 Felder auf der Seite A trägt, werden noch Observationanweisungen gegeben - dazu näheres auf der Seite A.

.B_28/10
.MOND/ BEOBACHTEN/ PERIODE/ ANFANG
.

Im verbleibenden Feld B_27 erklärt der Verfasser des Diskos die Herkunft der Überlieferungen der großen Beobachtungen. Die wichtigen Überlieferungen wurden anscheinend aus gravierten Aufzeichnungen, was m.E. nur Tontafel-Archiven heißen kann, entnommen.

.B_25/7
.ÜBERLIEFERUNGEN/ GROSS/ BEOBACHTUNGEN/
.GRAVIERT